Trockene Augen

Das Trockene Auge (Keratokonjunktivitis sicca) fasst eine Vielzahl unterschiedlicher Erkrankungen zusammen, deren Beschwerden sich jedoch gleichen.
Der Begriff wird leider irreführend gebraucht, da es sich in den meisten Fällen nicht um einen Mangel an Tränenflüssigkeit handelt, sondern um eine ungünstige Zusammensetzung des Tränenfilms (Fett, Wasser, Mucin). Denn sowohl Hornhaut, als auch Bindehaut sollten ständig von dieser Schutz- und Nährschicht bedeckt werden.
Eine große Bedeutung kommt der Fettkomponente des Tränenfilms zu, die von Drüsen in den Augenlidern (Meibomdrüsen) produziert wird. Sie verhindert das rasche Verdunsten der Tränenflüssigkeit und sichert die wässrige Schicht an der Oberfläche.

Bleibt das fettige Sekret in den Drüsen (Meibomdrüsendysfunktion), trocknet die Augenoberfläche aus. Daraufhin wird in der Tränendrüse mehr Wasser abgesondert und die Augen beginnen zu tränen. Durch einen mangelhaften Tränenfilm kommt es zu einer Schädigung der Augenoberfläche, die zu einer Entzündungsreaktion führt. Wird diese Reaktion nicht mit entsprechender Therapie und Pflege unterbrochen, verschlimmern sich die typischen Beschwerden wie Fremdkörpergefühl, Brennen und Schmerzen.

Im Vordergrund der Behandlungsmöglichkeiten steht die persönliche Zufriedenheit des Patienten durch eine Symptomlinderung, denn nicht immer kann das Trockene Auge dauerhaft geheilt werden!

Sehen Sie im Folgenden einen Film von Prof. Findl aus Wien über die akkurate Lidkantenpflege:

Behandlungsoptionen

Inzwischen gibt es eine große Bandbreite mit unterschiedlichen Ansätzen, die je nach Ursache und Schweregrad des Trockenen Auges empfohlen wird:

  1. Unkonservierte Befeuchtungsmittel von wässrig bis gelhaltig werden in jedem Stadium der Erkrankung empfohlen um die Oberfläche zu schützen (u.a. Hyaluronsäure).
  2. Ölhaltig Befeuchtung in Tropfenform oder als Lidspray verhindert das schnelle Verdunsten des Tränenfilms und dient der zusätzlichen Stabilisierung, falls eine Meibomdysfunktion vorliegt.
  3. Punctum plugs – dies sind Stöpsel, die ins Tränenpünktchen eingesetzt werden um die Tränenflüssigkeit, die am Auge ist zu halten.
  4. Antientzündliche Therapie (lokal oder systemisch) kommt erst bei einer fortgeschrittenen Erkrankung zum Einsatz (Cortison, Antibiotika, Cyclosporin A) und muss im Gegensatz zu den anderen Wirkstoffen immer von einem Augenarzt verschrieben werden.
  5. Lidrandpflege bei Meibomdysfunktion: Die Qualität der fettreichen Tränenfilmkomponente kann durch regelmäßiges Erwärmen der Lider (warme Umschläge oder Augenmaske, Rotlicht) und nachfolgenden Ausmassieren der Meibomdrüsen verbessert werden (2x tgl.).

Unsere Leistungen

In unserer Sprechstunde beraten wir sie gerne zu individuellen Ursachen ihrer Sicca- Symptome sowie zu adäquaten Therapiemöglichkeiten.

  • Wässrige Befeuchungstropfen (u.a. Hyaluronsäure)
  • Punctum plugs
  • Ölige Befeuchtung: Tropfen oder Spray
  • Antientzündlich (Cortison, Antibiotika, CSA)
  • Lidrandpflege mit warmen Umschlägen und Massage