Notfälle

Wir behandeln in unserer Praxis jeden Tag auch Notfälle. Bitte rufen Sie uns kurz vorher unter 07141-2 99 77 33 an um abzuklären, wann Sie untersucht werden können. Bitte beachten Sie, dass es bei Notfällen zu Wartezeiten kommen kann. Außerhalb unserer Sprechzeiten besteht ein augenärztlicher Notdienst für den Landkreis Ludwigsburg. Den diensthabenden Augenarzt erreichen Sie unter: 01806 071410 sowie unter:

www.augennotfall.de

Das Rote Auge kann durch unterschiedliche Faktoren ausgelöst werden, u.a. von einer harmlosen Bindehauteinblutung (Hyposphagma), durch längere Trockenheit, Entzündungen unterschiedlicher Ursache, einem Fremdkörper oder einer allergischen Reaktion, zu einer schweren Entzündung (Uveitis) oder sogar durch einen Glaukomanfall (Engwinkelglaukom).

Um die richtige Ursache herauszufinden, sollte eine Spaltlampenuntersuchung beim Augenarzt stattfinden. Dann erst kann die entsprechende Therapie erfolgen.

Ursachen und Behandlung

  • Hyposphagma (Blutunterlaufenes Auge): Rücksprache mit dem Hausarzt, Kontrolle des Blutdrucks, Einnahme von Blutverdünnung ?
  • Entzündung: bakteriell oder viral, ggf. antibiotische Therapie, AU, Hygiene!
  • Fremdkörper: Entfernung und ggf. antibiotische Therapie
  •  Allergie: Spülung, antiallergische Lokaltherapie oder systemisch, Allergen meiden
  • Uveitis: Cortison und Mydriasis, Augeninnendruckkontrolle, kurzfristige Nachkontrolle
  • Glaukomanfall: Augeninnendrucksenkung, Iridotomie, kurzfristige Nachkontrolle

Bei der Konjunktivits handelt es sich um eine Entzündung des vorderen Teils des Auges. Diese kann eitrig sein, dann sind Bakterien die Auslöser, aber auch durch Viren verursacht. Ein Antibiotikum muss nicht immer gegeben werden. Oftmals ist eine Bindehautentzündung nach kurzer Zeit vorbei, auch ohne Antibiotikum. Bei einer viralen Bindehautentzündung ist eine antibiotische Behandlung nicht indiziert, da die Ursache Viren und keine Bakterien sind.

Das Trockene Auge (Keratokonjunktivitis sicca) fasst eine Vielzahl unterschiedlicher Erkrankungen zusammen, deren Beschwerden sich jedoch gleichen.
Der Begriff wird leider irreführend gebraucht, da es sich in den meisten Fällen nicht um einen Mangel an Tränenflüssigkeit handelt, sondern um eine ungünstige Zusammensetzung des Tränenfilms (Fett, Wasser, Mucin). Denn sowohl Hornhaut, als auch Bindehaut sollten ständig von dieser Schutz- und Nährschicht bedeckt werden.
Eine große Bedeutung kommt der Fettkomponente des Tränenfilms zu, die von Drüsen in den Augenlidern (Meibomdrüsen) produziert wird. Sie verhindert das rasche Verdunsten der Tränenflüssigkeit und sichert die wässrige Schicht an der Oberfläche.

Bleibt das fettige Sekret in den Drüsen (Meibomdrüsendysfunktion), trocknet die Augenoberfläche aus. Daraufhin wird in der Tränendrüse mehr Wasser abgesondert und die Augen beginnen zu tränen. Durch einen mangelhaften Tränenfilm kommt es zu einer Schädigung der Augenoberfläche, die zu einer Entzündungsreaktion führt. Wird diese Reaktion nicht mit entsprechender Therapie und Pflege unterbrochen, verschlimmern sich die typischen Beschwerden wie Fremdkörpergefühl, Brennen und Schmerzen.

Im Vordergrund der Behandlungsmöglichkeiten steht die persönliche Zufriedenheit des Patienten durch eine Symptomlinderung, denn nicht immer kann das Trockene Auge dauerhaft geheilt werden!

Inzwischen gibt es eine große Bandbreite mit unterschiedlichen Ansätzen, die je nach Ursache und Schweregrad des Trockenen Auges empfohlen wird:

  1. Unkonservierte Befeuchtungsmittel von wässrig bis gelhaltig werden in jedem Stadium der Erkrankung empfohlen um die Oberfläche zu schützen (u.a. Hyaluronsäure).
  2. Ölhaltig Befeuchtung in Tropfenform oder als Lidspray verhindert das schnelle Verdunsten des Tränenfilms und dient der zusätzlichen Stabilisierung, falls eine Meibomdysfunktion vorliegt.
  3. Osmoprotektoren werden verwendet, wenn im Tränenfilm eine pathologisch hohe Konzentration gelöster Stoffe nachgewiesen wird (Spezialambulanz).
  4. Antientzündliche Therapie (lokal oder systemisch) kommt erst bei einer fortgeschrittenen Erkrankung zum Einsatz (Cortison, Antibiotika, Cyclosporin A) und muss im Gegensatz zu den anderen Wirkstoffen immer von einem Augenarzt verschrieben werden.
  5. Lidrandpflege bei Meibomdysfunktion: Die Qualität der fettreichen Tränenfilmkomponente kann durch regelmäßiges Erwärmen der Lider (warme Umschläge oder Augenmaske, Rotlicht) und nachfolgenden Ausmassieren der Meibomdrüsen verbessert werden (2x tgl.).

In unserer Sprechstunde beraten wir sie gerne zu individuellen Ursachen ihrer Sicca- Symptome sowie zu adäquaten Therapiemöglichkeiten.

  • Therapieoptionen beim Trockenen Auge:
  • Wässrige Befeuchungstropfen (u.a. Hyaluronsäure)
  • Ölige Befeuchtung: Tropfen oder Spray
  • Osmoprotektoren (oder weglassen, da Spezialambulanz)
  • Antientzündlich (Cortison, Antibiotika, CSA)
  • Lidrandpflege mit warmen Umschlägen und Massage

Das Blaue Auge (Z.n. Contusio bulbi) kommt u.a. in Verbindung mit Sportverletzungen oder Unfällen vor und sollte zeitnah beim Augenarzt untersucht werden:

Es wird der Visus (Sehschärfe), der Augeninnendruck, der Vorderabschnitt und Augenhintergrund ohne (akut) und mit Pupillenerweiterung bei Verlaufskontrolle kontrolliert.
Falls notwendig, kann eine Gesichtsfelduntersuchung durchgeführt werden

Mögliche Folgeschäden nach Contusio bulbi sind ein Glaukom, eine Netzhautablösung und Cataract.

Ein plötzliche Sehverschlechterung kann verschiedene Ursachen haben. Je nachdem, ob sie mit Schmerzen (Glaukomanfall, Uveitis, Keratitis) oder ohne Schmerzen (Gefäßverschlüsse am Auge (venös, arteriell), Katarakt, Makuladegeneration (feucht, fortgeschrittene trockene AMD) Netzhautablösung (schwarze Punkte, Blitzen)) einhergeht, kann allein diese Information schon richtungsweisend sein. Bitte schauen Sie auch im Bereich Netzhaut nach möglichen Ursachen nach.